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#strongHER des Monats: Warum Bergführerin Nina eine echte Ausnahme ist

Nina Schlesener ist ein Kind der Berge. Geboren und aufgewachsen in Berchtesgaden, verbrachte sie die Jahre bis zum Kindergartenalter auf dem Schneibsteinhaus, das oberhalb des Königssees liegt. Heute ist sie staatlich geprüfte Bergführerin – und damit eine Rarität.

Kennt ihr sie auch, diese starken Frauen, die einfach alles wuppen und schaffen? Im Sport, im Privatleben oder im Job? Die inspirieren, über ihre Grenzen hinauswachsen – und immer wieder neu durchstarten, auch wenn’s mal nicht so läuft? Frauen, die für uns definitiv ins Rampenlicht gehören. Deshalb küren wir jeden Monat eine #strongHER des Monats. Nach Martina Neher aus Oberstenfeld (Baden-Württemberg) und Vanessa Töppke aus Otterfing (Bayern) geht es heute weiter mit Nina Schlesener. Schon als Schulkind verbrachte sie die Wochenenden auf 1.700 Metern Höhe. Eine Zeit, die sie geprägt hat. Und eine Zeit, in der sich ein Wunsch entwickelte: das Leben den Bergen zu widmen.

Die Gretchenfrage stellen wir Nina Schlesener (38) ganz am Ende des Interviews. Nämlich: Was macht für dich eigentlich eine strongHER aus, Nina? Sie schweigt kurz, denkt nach und formuliert dann sehr präzise: „Für mich ist eine strongHER eine Frau, die ihre Stärken kennt, die aber trotzdem nicht abhebt, sondern immer bei sich bleibt. Die ihr Wissen nicht ausnutzt, sondern weitergibt. Es auch dafür verwendet, dass ihre Mitmenschen etwas davon haben. Das machen zu dürfen, ist ein Geschenk.“

Ein Geschenk – so darf man Nina wohl auch für ihre Gäste bezeichnen. Sie ist staatliche geprüfte Bergführerin. Bei der Prüfung ist sie mit 27 Jahren im Jahr 2011 die jüngste in Deutschland. Und auch heute stellt Nina als Bergführerin eine echte Rarität dar. Von den knapp 600 Bergführern in Deutschland sind gerade mal 13 weiblich (Stand März 2021).

In den Bergen zu Hause

Die Liebe, die Leidenschaft für die Berge wurde ihr in die Wiege gelegt. Ihre Eltern bewirteten bis vor Kurzem das Schneibsteinhaus. Nur unter der Woche blieb Nina im Tal, um die Schule zu besuchen. Klar, dass sich die Leidenschaft früh einstellte – „für das Element Berg, Klettern, das Bergsteigen, das Draußen sein“. Bereits in der Pubertät machte sie sich allein los, war mit „Gästen am Weg“.

Bis sie offiziell Bergführerin wird, dauert es allerdings noch. Nach dem Abitur wollte Nina zunächst etwas „Solides“ machen. Sie studierte Tourismusmarketing, wechselte nach dem Abschluss aber 2005 in die Sportwissenschaften nach Salzburg. „Ab diesen Zeitpunkt habe ich mich systematisch auf die Bergführer-Prüfung vorbereitet“, sagt sie.

Wie wird man Bergführerin?

Was die tägliche Arbeit so spannend macht? „Man muss sich als Bergführer immer wieder auf neue Persönlichkeiten und neue Charaktere einstellen. Man muss sehr flexibel und offen für alle sein“, meint sie. Denn: „Jeder Mensch tickt anders, wenn dann noch der Kontakt zum Berg dazukommt. Wenn man ihm ausgesetzt ist, Kletterstellen anspruchsvoll sind und man psychisch und physisch gefordert ist, dann braucht es Fingerspitzengefühl.“ Kurzum: „Man muss ein Menschenfreund sein“, meint sie, die als Ausgleich zur Arbeit Yoga macht und dreimal pro Woche Stunden gibt.

Nina erkennt mittlerweile, wie die Konstitution der Menschen ist – „und dennoch ist es immer wieder erstaunlich, was Menschen leisten können“. Sie erinnert sich mit einem Schmunzeln an ein Erlebnis bei einer Watzmann-Überschreitung. „Es war eine Handballertruppe, einige ältere Herren, die nicht superfit aussahen. Aber sie hatten ihr Leben lang Sport getrieben, das hat ihnen an diesem Tag geholfen und ich habe sie gut rübergebracht.“

In 17 Stunden auf den El Capitan

Sie selbst hat sehr viele Touren absolviert. Highlights waren da so einige dabei. Ganz besonders in Erinnerung geblieben ist ihr eine Tagesbegehung des El Capitan im Yosemite Nationalpark im Westen der USA. Eigentlich setzt man dafür drei Tage an – Nina und ihre Begleiter schafften es in 17 Stunden. Auch wenn Nina solche Touren in Rekordzeit bewältigt, ist ihr eines wichtig: „Mein Wunsch für mich und andere ist, die Seele des Berges zu spüren, das auch wieder zu lernen und Touren nicht nur auf eine Zahl, auf eine Nummer oder eine Zeit zu reduzieren.“

Ihre Eltern haben das Schneibsteinhaus übrigens vor Kurzem abgegeben. „Ein Moment, vor dem ich großen Respekt hatte“, gibt Nina zu. „Die Hütte hat mein Leben geprägt.“ Für Nina ist es ein glücklicher Umstand, dass ein sehr guter Freund die Hütte übernommen hat. Und so wird das Schneibsteinhaus immer ihre Heimat bleiben. Und die Berge sowieso.

Tipp: Mehr über Nina Schlesener erfahrt auf ihrer Website!

Auch du bist eine echte #strongHER? 

Oder du kennst eine Frau, die es verdient hat, ins Rampenlicht gestellt zu werden? Dann erzähl uns die nächste #strongHER-Story! 

Wir freuen uns, hier mehr darüber zu erfahren!

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