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Studie: So sieht sie aus, die Realität der Sportberichterstattung über Frauen

Frau Profi MTB

Dass Frauen in der Sportberichterstattung kürzer kommen als ihre männlichen Kollegen, ist bekannt. Aber erst in Zahlen ausgedrückt wird deutlich, wie extrem die Unterschiede tatsächlich sind. Das zeigt jedenfalls eine aktuelle Studie aus Österreich.

Die gute Nachricht zuerst: Gleichstellung ist als relevantes Thema in der Sportwelt angekommen. Das könnte man mit Blick auf zahlreiche Initiativen jedenfalls meinen. Und auch bei der medialen Berichterstattung wird mehr und mehr darauf geachtet, ein ausgeglichenes Verhältnis zu gewährleisten. Das mag sportartspezifisch durchaus gelingen. Aber reichen die Bemühungen der vergangenen Jahre?

Ein Blick auf die kürzlich vorgestellte Studie mit dem Titel „Genderbalance in der Sportberichterstattung?“ lässt darauf nur folgende Antwort zu: Mag sein, dass viel passiert ist – aber das war vermutlich noch nicht genug.

Sportberichterstattung über Frauen: Zahlen & Fakten

Die von der Initiative exploristas in Kooperation mit „100% SPORT“ (Zentrum für Genderkompetenz im Sport, eingerichtet vom österreichischen Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport) beauftragte Studie „über Präsenz und Inszenierung von Sportlerinnen und Sportlern in österreichischen Medien“ offenbart deutliche Lücken im Vergleich. 

Kernergebnis: Während die Sichtbarkeit von Sportlerinnen in Medien bei 12 Prozent liegt, liegt die der Herren bei 88 Prozent. Und während 94 Prozent der Titelseiten mit männlichen Sportlern gestaltet sind, ist die grundsätzliche Chance, auf dem Cover zu landen, für Frauen gerade einmal halb so groß.

Ebenfalls spannend: Ob Frauen in der Berichterstattung berücksichtigt werden, scheint auch vom Setup der Redaktion abhängig zu sein. Während Redakteurinnen zu 31 Prozent über Sportlerinnen berichten, sind es bei den Redakteuren gerade einmal 11 Prozent. Bedenkt man zusätzlich, dass der Frauenanteil in Sportredaktionen bei unter 10 Prozent liegt, wird die Wahrscheinlichkeit für Sportlerinnen, medial stattzufinden, noch einmal geringer.

Gleichstellung auf einen Blick: Die Ergebnisse der Studie

Studie Genderbalance exploristas
Studie Genderbalance exploristas

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Gleichstellung im Sport: Wie sieht's international aus?

Auch wenn sich die Analyse ausschließlich auf die österreichische Medienlandschaft bezieht, lassen sich die Ergebnisse übertragen und durch weltweite Zahlen untermauern: Internationale Studien (z. B. womeninsport.org) konnten beispielsweise offenbaren, dass insbesondere im Sponsoring deutliche Differenzen bestehen. Von 2011 bis 2013 gingen 85 Prozent der Sponsorengelder an Männer, gerade einmal 0,4 Prozent an Frauen (Mixed: 14,1 Prozent). Und selbst die Top-Verdienerin im Sport erreicht gerade einmal ein Drittel des Verdienstes ihres männlichen Pendants (Forbes).

Fazit: Es gibt viel zu tun, um global und sportartübergreifend eine Balance in der medialen Berichterstattung zu erreichen – und es so, ganz nebenbei, nicht nur für Sponsoren attraktiver zu machen, auf Frauen zuzugehen. Auch für Nachwuchs-Sportlerinnen könnte es so erstrebenswerter werden, ihren Traum vom Profidasein zu leben. Denn auch das gehört zur Wahrheit: In puncto Erfolg stehen Frauen ihren Kollegen in nichts nach. Sieben der 10 Goldmedaillen bei Olympia 2021 gingen auf das Konto der Damen.

Sara-Lena Niebaum

Sara-Lena Niebaum

Ob geschriebenes, gesprochenes oder bewegtes Bild – Lenas Herz schlägt für jede Art von Content, von Podcast bis Porträt! Wenn sie nicht gerade kreativ und digital unterwegs ist, liebt sie es, draußen aktiv zu sein. Bevorzugt beim Boarden, Wandern oder beim Schwimmen, Radfahren und Laufen.

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