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Schwangerschaft, Mamasein und Sport, passt das zusammen? Im Gespräch mit Enduro-Profi Ines Thoma

Ines Thoma und ihre Tochter Romy mit dem Fahrrad unterwegs

Ines Thoma ist Enduro-Profi und gerade zum zweiten Mal schwanger. Mit unserer Autorin Lisa spricht sie über die Vereinbarkeit von Schwangerschaft und Sport und warum sie nichts von allgemeinen Tipps hält. Ines und Lisa teilen ihre Erfahrungen als Mamas und wie sie sich auch im Alltag mit Kind ihre sportliche Me-Time schaffen.

Kurzer Spoiler vorab: Ines Thoma und ich kennen uns schon lange. So lange, dass wir uns damals beim Allgäuer Skiverband ein Zimmer geteilt haben. Deshalb freut es mich umso mehr, wenn sich unsere Wege auch jetzt immer mal wieder kreuzen. Ines ist Profi-Mountainbikerin und ist als beste deutsche Enduro-Fahrerin Rennen auf der ganzen Welt gefahren. Sie hat zusammen mit ihrem Freund Max Schumann das Buch “Toskana Trails – Mountainbiken und Dolce Vita im Herzen Italiens” geschrieben und gemeinsam mit Lars Hartwich den Mountainbike-Rennsport-Podcast “MTB Pasta Party”. Mittlerweile ist sie Mama einer kleinen Tochter und gerade zum zweiten Mal schwanger. Das Rennen fahren als Mama aufhören? Kam für Ines nicht in Frage. Außerdem sitzt sie gerade auch noch an einem zweiten Buch. Ich habe mich mit Ines auf einen virtuellen Kaffee getroffen und wir haben uns über Schwangerschaft und Sport unterhalten. Darüber wie man als Mama und als Familie den Sport in den Alltag integrieren kann und warum man nicht auf alle Ratschläge hören sollte, die andere ungefragt loswerden wollen.  

Lisa: Mittlerweile sieht man ja wahnsinnig viele Schwangere auf Instagram, die sich ganz bewusst beim Sport zeigen. Das will man natürlich auch. Doch meistens kommen dann Fragen wie: „Was darf ich überhaupt als Schwangere?“ „Worauf muss ich achten?“ usw. Wie ging es dir damit in deiner ersten Schwangerschaft? Hast du dich erstmal mit deiner Hebamme, deinem Gynäkologen abgesprochen oder direkt auf deinen Körper gehört und dein Training deinen Bedürfnissen angepasst?

Ines: Als ich erfahren habe, dass ich schwanger bin, war ich zuerst ein bisschen überfordert damit, weil es noch nicht viele Leute erfahren durften. Es ist ja eine sensible Phase in der Schwangerschaft und ich hatte zu dem Zeitpunkt eigentlich noch Rennen geplant. Deswegen habe ich da zuerst meine Hebamme und meinen Gynäkologen um Rat gefragt. Vor allem weil es bei mir um den Wettkampfsport ging. Meine Hebamme hat dann nur die Frage gestellt: „Kam es schon mal vor, dass du aufgrund deines Wettkampfs eine Operation gebraucht hast?“ Und ich hab ganz klar mit „Ja“ geantwortet. Dann meinte sie nur, dann weißt du ja die Antwort. Das Gespräch hat ungefähr eine halbe Minute gedauert und ich habe für mich danach entschieden, dass ich keine Rennen mehr fahre, weil mein Sport ganz klar ein Risikosport ist. Ich glaube schon, dass man vielleicht noch Ausdauerwettkämpfe machen kann, das muss aber jede selber wissen. Ich habe entschieden, dass ich das was ich mache, nicht mehr mache.

Es gibt ja total viele Tipps zum Thema Sport in der Schwangerschaft, wie zum Beispiel bestimmte Höhenmetergrenzen nicht überschreiten uvm. Hast du dich an bestimmte Tipps gehalten? Oder dich auf dich individuell verlassen bzw. beraten lassen?

Da habe ich mich tatsächlich nur auf mein Bauchgefühl verlassen. Da kann ich mich an nichts erinnern, was ein wirklicher Tipp war. Wirklich nur der bereits erwähnte von meiner Hebamme, inwieweit man sich beim Sport selbst einschätzen kann, um das Risiko einer schweren Verletzung zu minimieren.

Man kann auch einen Autounfall haben oder eine Treppe runterfallen, aber dann ist es ein Unfall und nicht deine Schuld. Aber wenn ich einen riesigen Sprung mache, obwohl ich keine große Springerin bin, ist es die Frage, ob das dann in der Schwangerschaft sein muss. Das habe ich mitgenommen. Ich war trotzdem noch im Bikepark, aber einfach einen Ticken mehr in der Komfortzone und versuche das Risiko zu minimieren.

Ines Thoma auf Gravelbike im Wald
Ines Thoma hält nichts von allgemeinen Tipps für Sport in der Schwangerschaft. Deshalb verlässt sie sich auch in der zweiten Schwangerschaft auf ihr Bauchgefühl und ihr E-Gravelbike. | Foto: Max Schumann

Wie stehst du zu solchen allgemeinen Tipps für Sport in der Schwangerschaft?

Ich glaube allgemeine Tipps erzeugen eher Druck. Ich finde es ganz schwierig allgemeine Tipps zu geben und habe das auch nie gemacht, weil ich das absolut falsch finde. Weil ich wirklich viele Freundinnen habe die schwanger sind oder waren und bei jeder ist das so unterschiedlich. Man kann das überhaupt gar nicht sagen. Ich merke jetzt schon so einen riesigen Unterschied von der ersten zur zweiten Schwangerschaft. Zum einen weil ich vor der zweiten Schwangerschaft wesentlich weniger fit war, weil man einfach mit Kind weniger Zeit hat. Auch jetzt mache ich auf jeden Fall weniger Sport als in der ersten Schwangerschaft. 

Der einzige Tipp ist, dass man Sportarten macht, mit denen man sich hundertprozentig sicher fühlt. Aber das ist ja klar und ergibt sich von selbst. Ich fahre schon noch Trails, weil ich behaupte, dass ich das ziemlich gut steuern kann, ob ich auf einem Trail stürze. Wenn sich aber jemand schon total unsicher fühlt, dann ist das ja schon ganz klar. Ich selbst mache zum Beispiel wenig Skitouren, weil ich finde, dass das eine Sportart ist, wo es sehr viele Faktoren gibt, die man einschätzen muss und das ist mir zu viel. Langlaufen wiederum finde ich super, weil ich da das Gefühl habe es im Griff zu haben. Joggen ist bei mir hingegen gar nichts, weil ich eh keine Läuferin bin. Wieso soll ich in der Schwangerschaft joggen gehen, wenn ich es auch so super mühsam finde? Wenn jemand Läuferin ist, dann geht diejenige bestimmt noch joggen und das ist auch super. Das ist je nach Person so individuell.  

Das kann ich total nachvollziehen. Auch bei meiner Schwangerschaft dachte ich anfangs noch, dass ich auf jeden Fall noch Trails fahren werde. Bis ich dann auf einem gestanden bin. Schon zu Beginn der Schwangerschaft hat sich das für mich so komisch angefühlt. Als würde mein Bauch nach unten rutschen. Von da an bin ich nur noch auf Forstwegen und Straßen geradelt. Und auch Skifahren hat sich für mich als Sport zwar gut angefühlt, aber ich habe mich im Skigebiet mit den anderen Wintersportler:innen unsicher gefühlt. Ich konnte zwar mein Können einschätzen, nicht aber das der anderen auf der Piste. 

Da ist es glaube ich einfach wichtig, dass man auf sich selbst hört. Und das ist etwas, was man als Sportlerin kann, weil man das sehr oft machen muss. Bei der ganzen Trainingssteuerung ist meine Philosophie schon immer gewesen, dass man auf sich selbst hören muss und nicht auf irgendwelche Pläne. Und ganz ähnlich ist es in der Schwangerschaft eben auch. 

Ist das in der zweiten Schwangerschaft anders, weil du eh schon weißt was kommt? Oder wie gehst du da mit dem Thema Sport um?

Es ist auf jeden Fall anders. Ich finde der Körper verhält sich anders. Ich hatte zum Beispiel mehr mit Übelkeit zu tun, hatte wesentlich schneller einen dicken Bauch, habe weniger Ruhephasen, weil man ja eh schon ein Kind zu betreuen hat, meine geht auch noch nicht in den Kindergarten, deswegen ist man ja rund um die Uhr am werkeln. Und der Ausgangsfitnesszustand war etwas weniger. Ich bin zwar wieder Weltcup gefahren, aber trotzdem fitnesstechnisch nicht auf dem Niveau von davor. Das alles führt dazu, dass ich es auf jeden Fall easier angehen lasse in der zweiten Schwangerschaft. Insgesamt einfach weniger mache. Ein paar Mal die Woche Sport, aber das reicht mir dann auch. 

“Da ist es glaube ich einfach wichtig, dass man auf sich selbst hört.”

Wie lange und intensiv ist dann ein paar Mal die Woche Sport bei dir?

Ich fahre viel E-Bike, wir schreiben gerade zum Beispiel ein neues Buch und dafür habe ich letzte Woche mein Gravel-E-Bike bekommen und bin total happy, dass es jetzt noch kommt. Steile Anstiege mit hohem Gang, wie es beim Graveln aufgrund der Übersetzung einfach vorkommt, sind mir mittlerweile zu anstrengend. So fit bin ich dann nicht mehr. Das merke ich. Und auch Alltagsradausflüge mit Kinderanhänger merke ich. Wir wohnen oben am Berg und heute bin ich fast nicht mehr vom Dorf unten hoch gekommen. Da dachte ich mir, dass ich auch wieder das E-Bike hinschnallen muss. Ansonsten ist es wirklich normaler Sport und ich bin froh, wenn ich mich mal ein, zwei Stunden bewege. Aber nicht auf einem leistungssportlichen Niveau, sondern ganz human. Eben so, dass ich zufrieden bin und nicht unter dem Anspruch zu trainieren. 

Hat sich das anders angefühlt als vor der Schwangerschaft? Hat dir dein Körper/Bauch gleich gesagt, dass du bestimmte Sachen nicht mehr machen sollst in der Schwangerschaft?

Ich glaube, das ergibt sich automatisch. Die Dinge, die bisher nicht so anstrengend waren sind jetzt anstrengender. Deswegen fährt man langsamer und im Endeffekt ist es irgendwie genauso anstrengend. Ich glaube das Niveau pendelt sich ein. Da muss man gar nicht so viel drüber nachdenken. Wie du es auch vorhin mit dem Skifahren angesprochen hast: Ich denke alles, was sich unangenehm anfühlt, lässt man halt jetzt. Wenn man trainiert macht man Sachen, die unangenehm sind, das ist einfach Teil des Trainings. Aber jetzt denke ich mir, ja nee, ich mache es so wie es sich gut anfühlt. Und wenn es unangenehm ist, fahre ich langsamer. Ich muss jetzt niemanden etwas beweisen. Denn alles, was ich seit vielen, vielen Jahren sportlich mache, ist Training gewesen und jetzt ist es angenehm, weil ich einfach mal langsame Touren fahre. Das ist total entspannend und klar vermisst man das manchmal vielleicht auch so ein bisschen, aber ans Limit kommt man ja trotzdem, weil es in der Schwangerschaft einfach anstrengender ist. Ich fühle mich jetzt nicht unausgelastet. Ganz im Gegenteil. Der Alltag ist mit Kind ja auch anstrengender. 

Ines Thoma mit ihrer Tochter
Leistungssport mit Kind? Ist laut Ines Thoma immer noch möglich. | Foto: Max Schumann

Ich hatte hin und wieder dann schon Lust mal wieder richtig Sport zu machen. 

Oh ja, ich weiß, was du meinst und da freue ich mich auch schon wieder. Auch wenn man keine Sorgen haben muss um jemand anderen. Dann kann man auch mal wieder richtig schnell fahren und wenn man stürzt ist es egal. Normal passiert ja nichts. Jetzt ist es aber nicht egal und deswegen freue ich mich dann schon auch wieder auf die Zeit danach. 

Wie ging es dir als neue Mama? Hattest du den Drang dich gleich wieder zu bewegen? Und wie bist du da gestartet?

Den Drang hatte ich auf jeden Fall. Ich habe mir aber auch nicht im Kalender die Zeit des Wochenbetts notiert, denn auch das ergibt sich meiner Meinung nach von selbst. Nach der Geburt ist man einfach platt und die ersten Wochen nach der Geburt war ich auch nur spazieren und dann vielleicht mal ein bisschen ums Haus radeln. Auch da habe ich mit dem angefangen, was ich am besten kann, das Radeln. Das erste Mal am Lift wieder ein bisschen enduromäßig fahren, das weiß ich noch genau. Da waren wir am Reschen und ich habe bei einem Rennen von meinem Freund zugeschaut. Das war ein Highlight und das werde ich auch in Erinnerung behalten. Aber das war natürlich auch ein paar Monate nach der Geburt. Der Drang war trotzdem da. Die Zeitspanne, die man dann für Sport hat, ist natürlich begrenzt, aber man ist auch mit allem zufrieden. Ich weiß nicht, wie es dir ging? Wenn man sagt, ich fahre jetzt den einen Trail und in zehn Minuten sehen wir uns wieder unten.

Wir haben irgendwann angefangen uns jeweils eine Stunde radeln einzuplanen. Das war der Hammer.

Das ist heute noch so, finde ich. Jetzt nach dem Interview schläft meine Tochter hoffentlich noch eine Stunde länger. Dann habe ich noch eine Stunde Zeit und das ist schon immer noch ein Highlight. Über eine Stunde kann man viel erleben. Das ist das Gute am E-Bike, da kann man in einer Stunde noch mehr erleben. Das ist jetzt gerade ideal. 

Viele Tipps, Ratschläge können ja gerade in der ersten Schwangerschaft verunsichern, super aktive Schwangere auf Instagram können einen verunsichern, wie kann man da ruhig und bei sich bleiben?

Ich glaube unsere von Social Media geprägte Welt verunsichert generell. Entweder ist man dafür anfällig oder nicht. Das ist ja bei jedem Thema so. Man macht die App auf und dann wird einem das Haus mit der super designten Inneneinrichtung gezeigt und man denkt sich, ach so würde ich auch gerne wohnen. Ich glaube, es ist generell ein Problem unserer Gesellschaft, dass wir uns vergleichen. Und genauso ist es in dem Fall auch. Da muss man auch ehrlich zu sich sein und sagen, vielleicht mache ich auch außerhalb der Schwangerschaft nicht die krassesten Bergtouren. Ich bin genau jetzt für jemanden verantwortlich und genau jetzt muss ich mir nichts beweisen. 

Ich glaube ich weiß einigermaßen wie die Social Media Welt funktioniert und es ist noch lange nicht alles real, was man da sieht. Das ist einem zwar bewusst, aber oft vergisst man das. Man muss sich das immer wieder ins Gedächtnis rufen. Nur weil da eine Schwangere irgendwo auf dem Berg steht, heißt das noch lange nicht, dass die da hochgelaufen ist. Vielleicht ist sie auch einfach mit der Gondel hochgefahren und hat sich einmal vor dem Bergpanorama fotografieren lassen. Deswegen braucht man noch lange kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man selber 500 Meter spazieren geht und es danach reicht. Es ist schwierig, dass man sich davon abkapselt und mit sich selbst zufrieden ist. Aber vielleicht kann man sich ja auch inspirieren lassen. Meine bisherige Antwort war glaube ich recht negativ, aber es ist auch schön zu sehen, was vielleicht möglich ist, oder woran man vielleicht selbst gar nicht gedacht hat und so auch Dinge ausprobieren kann. Und Social Media vielmehr als Inspirationsquelle nutzt und nicht als Druckmittel. 

“Ich bin genau jetzt für jemanden verantwortlich und genau jetzt muss ich mir nichts beweisen. “

Den Gedanken finde ich auch schön. Und dass man sich vor Augen führt, dass man, wenn man schwanger ist, nicht an zuhause gebunden ist. Sondern man kann alles in genau dem Rahmen machen, wie es sich für einen selbst gut anfühlt und wo das Kind sicher ist. 

Absolut. Und wenn man das Glück hat eine normale Schwangerschaft erleben zu dürfen, dann ist das toll. Aber natürlich darf man nicht davon ausgehen, dass es bei allen so ist. Mir haben auch erst ein paar Followerinnen geschrieben: „Toll, dass du noch so viel radeln kannst, ich durfte meine gesamte Schwangerschaft gar nicht mehr radeln.“ Es gibt alle Facetten. Ich bin der Meinung, dass man sich da fragen muss, was ist das Wichtige im Leben? Ist es so wichtig, dass ich jetzt noch radeln gehe?

Ja, total. Und die Schwangerschaft geht ja nur über einen bestimmten Zeitraum. Das kann man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, wenn man zum Beispiel nicht mehr alles machen kann oder darf, was man möchte. 

Es geht so schnell und es ist echt ein begrenzter Zeitraum. 

Doch wenn das Kind dann da ist, ist zwar dieser begrenzte Zeitraum der Schwangerschaft vorbei und trotzdem kann es herausfordernd sein wieder eine sportliche Routine aufzubauen. Wie finde ich auch als neue Mama meine sportliche Me-Time?

Ich merke, dass sich Sport nicht mehr von selbst ergibt. Weil Sport ist genauso etwas wie ein Zahnarzttermin, ein Termin beim Steuerberater, auch dafür braucht man Zeit und auch dafür braucht man einen Babysitter. Das ist der Unterschied. Mein Freund arbeitet zum Beispiel auch ganz normal und klar, ich lebe irgendwie vom Sport, aber auch bei mir ist es so, dass ich immer meine Tochter habe. Man muss sich die Zeit wirklich rausnehmen und auch auf andere Dinge verzichten, finde ich. Und von Anfang an flexibel denken. Meine Tochter wollte anfangs auch alle 1,5 Stunden gestillt werden. Wir haben dann eben überlegt wie wir es machen können. Dann sind wir mit dem Camper zum Bikepark gefahren und ich habe einen Run gemacht. Wie lange dauert ein Run? 5 Minuten. Und trotzdem hat man was erlebt. Man ist da total flexibel. Oder man fährt in Gebiete wo es kleine Trailrunden gibt und man sich ständig sieht. Später dann: Wo gibt es Spielplätze, eine Hütte? Man muss seinen Sport eben so planen, dass er als Familienausflug funktioniert. Wir waren ganz am Anfang zum Beispiel viel in der Boulderhalle. Wenn die Babys schlafen kann man sie in der Babyschale in eine Ecke stellen oder später krabbeln sie rum. Das ändert sich ja je nach Alter. 

Oder man kann dann überlegen, was man machen kann, wenn man keinen Babysitter hat. Joggen ist meist das einfachste. Oder wir haben vor drei Wochen eine Gravel-Bikepackingtour gemacht. Wir haben uns gefragt, was wir als Familienurlaub machen können, weil wir eigentlich mal etwas gemeinsam machen wollten und uns nicht immer nur abwechseln. Was ja sonst oft der Alltag ist. Uns war klar, wir wollen beide fahren, zusammen, und wir wollen uns bewegen. Und Bikepacking finde ich da super. Man erlebt was im Urlaub, sonst weiß ich eh nicht, was ich im Urlaub machen soll (lacht). Beim Bikepacking finde ich es schön ein Ziel zu haben und einen Tagesplan. 

So haben wir über Jahre viele Sportarten gefunden, die gut funktionieren und bestimmte, die weniger gut sind. Zum Beispiel lange Skitouren, lange Bergtouren. Das funktioniert, finde ich nicht so gut. Aber alles, was man von einem Ort aus machen kann, wo man sich gut abwechseln kann und wo jeder am Ende des Tages das Gefühl hat, was erlebt zu haben. Wo man eben aber auch trotzdem etwas gemeinsam macht.  

Bikepacking als Familie mit Max Schumann, Ines Thoma und ihrer Tochter
Ines hat mittlerweile viele Sportarten gefunden, wo sich Sport und Familie gut vereinen lassen. Wie hier beim Bikepacking-Urlaub mit ihrer Familie. | Foto: Max Schumann

Wir planen da eigentlich auch ganz ähnlich und machen hier auch immer die Mittagsschlafrunde. 

Ja, das ist doch perfekt. Oder ganz stumpf, wenn das Baby schläft, ab auf die Rolle. Das ist zwar nicht der schönste Sport, aber effektiv. 

Oh ja, die steht hier hinter mir auch. Ich schaue mir dabei verschiedenste Serien an. 

Ja genau, ich guck immer Biathlon, Rennrad Klassiker, Ski Alpin, irgendeinen Sport, der mich interessiert.

Obwohl du allgemeine Tipps gar nicht magst, hättest du trotzdem noch etwas, das du den Leserinnen gerne mitgeben möchtest?

Dass man nicht die Befürchtung haben muss, dass sich alles ändert, weil alle das immer sagen.  So nach dem Motto: „Warte nur bis du mal Mama bist, da will man gar kein Risiko mehr eingehen!“ Was sind das für Tipps? Auf so etwas darf man wirklich nicht hören, das ist mein Tipp. Bei mir war das definitiv nicht so. Ich finde man kann auch mit Kind noch Leistungssport machen und Risiken eingehen. Es ändert sich schon etwas im Alltag und in der Struktur, aber wenn man auf dem Rad sitzt und fährt, dann ist es wie früher, es ändert sich nicht alles. Es geht auf jeden Fall auch anders und man kann noch seinen Sport machen und sich seine Zeit rausnehmen. 

Das finde ich total schön und würde noch ergänzen, dass man sich als Mama auch wirklich die Zeit nehmen darf. Und sich wirklich eine halbe Stunde oder Stunde nur für sich und den eigenen Sport rausnehmen darf. Allein schon, weil man danach viel glücklicher und ausgeglichener ist.

Ja, und dann genießt man es auch. Wenn ich eine halbe Stunde Zeit habe, dann geh ich auch raus wenn es regnet oder schneit. Mein Freund sagt zum Beispiel immer, dass ich die schnellste Person bin, wenn es ums Umziehen geht. Ich ziehe mir irgendwas an und bin wirklich in 30 Sekunden draußen. Man schätzt dann die Zeit mehr und nimmt sie auch bewusster wahr. 

Da kann ich dir nur zustimmen. Vielen Dank für deine Worte und deine Inspiration, Ines!

Du willst mehr über Ines erfahren? Folg ihr doch auf Instagram

Titelbild: Max Schumann

Lisa Amenda

Lisa Amenda

Lisa Amenda studierte in München und Innsbruck Geographie, weil sie ursprünglich mal lieber draußen statt drinnen arbeiten wollte. Ihre Liebe zum Schreiben hat sie dann doch vor den Computer gebracht. Deswegen schreibt sie heute für diverse Outdoor- sowie Skimagazine und ihren Blog Wild Recreation über Nachhaltigkeit, Outdoorsport und die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Nebenbei unterrichtet sie Yoga und gibt Kneipp Coachings.

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