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Radfahren im Winter: 9 Dinge, ohne die ich im Winter nicht aufs Bike steige

Mountainbiker im Winter

Du willst im Winter nicht auf dein Bike verzichten? Unsere Autorin Lisa auch nicht. Deswegen hat sie dir hier zusammengestellt, was sie im Winter auf dem Sattel warm hält und welche Ausrüstung zum Radfahren im Winter dazu gehört.  

Ganz ehrlich? Manchmal ist es hart. Da würde ich mich lieber gemütlich mit offener Jacke ins Auto setzen, einfach nur eine Mütze auf und gut ist. Wenn ich dann meinem faulen inneren Ich nachgegeben habe und durch die Innenstadt im Stau auf dem Weg zur Kita stehe, dann ärgert mich diese Faulheit. Mit dem Fahrrad wäre ich längst durch die Gassen geflitzt, hätte die stehenden Autos umfahren und wäre schon auf dem halben Weg zur Kita. Auch wenn ich mir dafür Regenhose, Schlauchtuch, Handschuhe, Helm angezogen und Cold Cream ins Gesicht geschmiert habe. Belohnt werde ich dafür mit der aufgehenden Sonne – denn die nimmt man auf dem Fahrrad viel eindringlicher wahr, als durch die verschmierte Frontscheibe im Auto – und mit den anerkennenden Blicken der anderen Eltern, wenn mein Sohn und ich früh morgens mit dem Lastenrad angeflitzt kommen. Aber auch wenn ich ins Yogastudio oder zum Einkaufen radle, nach der ersten Überwindung fühle ich mich so viel besser. Und dabei kann man im Winter nicht nur mit dem Rad pendeln, mein Mann und ich sind schon Gravelbiketouren im Januar gefahren und Mountainbiketouren durch den Schnee im November. Radfahren ist nicht nur wenn die Sonne scheint und zwischen April und Oktober. Bei uns ist Radfahren das ganze Jahr. 

Deswegen, und weil ich immer öfter mal die Frage bekomme, was ich denn da eigentlich so anziehe, möchte ich dir heute meine Packliste fürs Radfahren im Winter vorstellen. Los gehts:

1. Helm inklusive Mütze bzw. Stirnband

Ohne Helm geht auf dem Fahrrad selbstverständlich gar nichts. Weder in der Stadt noch auf dem Trail. Ein Helm ist beim Fahrradfahren ein absolutes Muss. Im Winter kann es natürlich aber mit einem Bikehelm relativ frisch um die Ohren sein. Ich persönlich ziehe deswegen ein dünnes Merinostirnband unter meinen Helm. Das passt gut unter den Helm und stört nicht. Du kannst dir natürlich aber auch eine winddichte Unterhelmmütze besorgen. Irgendwie komme ich mit solchen Mützen aber nicht so gut zurecht, deswegen präferiere ich das Stirnband. 

Übrigens: Ein Skihelm ist im Winter keine Lösung auf dem Bike. Hier gehört einfach ein Fahrradhelm hin. 

2. Schlauchtuch

Mein absolutes Lieblingsaccessoire beim Biken im Winter ist ein Schlauchtuch aus Merinowolle. Ich ziehe es mir bis über das Kinn und über den Hinterkopf, Helm drauf und fertig ist meine Kälte-Uniform. 

3. Isolierte Jacke

Wenn ich mit dem Gravel- oder Mountainbike unterwegs bin, bin ich tatsächlich Fan vom Zwiebelprinzip. Eine dünne Überjacke und drunter je nach Temperatur mehrere (isolierende) Schichten. Bin ich in der Stadt unterwegs und pendle zwischen Kita und Yogastudio, dann setze ich auf meine alte wattierte Skijacke. Sie ist lang geschnitten, mit GoreTex-Membran quasi unverwüstlich und wasserdicht und dank Primaloft-Isolierung sehr warm. Zudem bin ich mit ihr dank rostroter Farbe auch in der Dunkelheit gut zu sehen. 

4. (Wattierte) Regenhose

Ja, ja, ja, bei der Regenhose habe ich mich lange geziert. Irgendwie habe ich bei einer Körpergröße von 1,78m und relativen langen Beinen auch nie die Passende gefunden. Sie waren mir immer alle zu kurz und dann hat es in meine Schuhe geregnet und ich bin lieber gleich ganz nass geworden. Doch mittlerweile habe ich ein Modell in Langgröße gefunden, das so gut sitzt, dass ich eigentlich gar nicht mehr ohne fahren möchte. Wenn es nicht regnet und nur kalt ist, dann ziehe ich auch gerne Skiunterwäsche unter meine Jeans und radle so. Das funktioniert auch sehr gut. Es gibt aber auch wattierte Regenhosen, falls das eine gute Alternative für dich ist. 

Lastenrad im Winter
Egal ob Pendeln oder die Mountainbiketour: Beim Radfahren im Winter musst du auf die richtige Ausrüstung setzen, dann macht auch der verschneite Waldweg Spaß. | Foto: Lisa Amenda

5. Wasserdichte Schuhe bzw. Überschuhe

Beim Mountainbiken und Graveln bevorzuge ich im Winter meine normalen Bikeschuhe mit Neoprenüberschuhen. Ich habe nämlich deutlich unterschätzt wie kalt die Füße beim Biken werden können. In der Stadt radle ich mit GoreTex-Turnschuhen (z.B. Adidas Terrex Free Hiker), die ein bisschen über den Knöchel reichen. Das ist für mich die passendste Lösung und die Füße bleiben immer schön trocken. 

6. Handschuhe

Handschuhe zählen mit zu der wichtigsten Ausrüstung beim Biken im Winter. Investiere hier am besten in ein gut sitzendes und wärmendes Paar. Von vielen Herstellern gibt es extra Bikehandschuhe für den Winter, die meist auch noch mit Reflektoren ausgestattet sind. 

Handschuhe beim Radfahren im Winter
Handschuhe sind beim Radfahren im Winter ein absolutes Muss. Setze am besten auf spezielle Winterbikehandschuhe. | Foto: Lisa Amenda

7. Licht bzw. Reflektorweste

Im Winter – der dunklen Jahreszeit – unerlässlich? Licht! Ich fahre im Winter immer mit angeschaltetem Licht. Egal zu welcher Tageszeit. Man wird einfach besser gesehen. Auch auf das Gravelbike habe ich mir kleine Stecklichter montiert, so kann ich weniger übersehen werden. Da es in der Stadt mit vielen Autos immer unübersichtlich zugeht, nutzen wir hier zusätzlich eine Reflektorweste. Sieht okay aus, aber Sicherheit geht schließlich vor. 

8. (Merino-)Baselayer

Ich habe es oben schon kurz angekündigt, aber wenn es richtig kalt wird, dann schaue ich einfach in die Skiabteilung meines Schranks und nutze meine Skiunterwäsche zum radeln. Mit Merinowäsche kannst du hier eigentlich nichts falsch machen. Aber auch jedes andere Funktionsmaterial kann dich an kalten Tagen auf dem Sattel warm halten.

9. Cold Cream

Kennst du das Gefühl, wenn die kalte Morgenluft über deine Wangen kratzt und eine rosige Farbe, aber auch angespannte Haut zurücklässt? Ich schon. Zu genüge. Deswegen bin ich froh, dass ich einen echten Gamechanger gefunden habe, eine Cold Cream. Das ist eine extra fettende Creme, oft mit Bienenwachs hergestellt, die eine natürliche Schutzschicht über die Haut legt. Es gibt die Gesichtscreme von Weleda, aber du kannst sie auch ganz einfach selbst herstellen. Rezepte findest du dazu im Internet.

Happy winter biking!

Lisa Amenda

Lisa Amenda

Lisa Amenda studierte in München und Innsbruck Geographie, weil sie ursprünglich mal lieber draußen statt drinnen arbeiten wollte. Ihre Liebe zum Schreiben hat sie dann doch vor den Computer gebracht. Deswegen schreibt sie heute für diverse Outdoor- sowie Skimagazine und ihren Blog Wild Recreation über Nachhaltigkeit, Outdoorsport und die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Nebenbei unterrichtet sie Yoga und gibt Kneipp Coachings.

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Laufen, Radfahren oder Bergsport: Hier findest du alles rund um dein Hobby, deine Auszeit und deine sportlichen Lieblingsthemen! Gemeinsam mit den sportingWOMEN-Markenbotschafterinnen sowie weiteren Sport-Expertinnen inspiriert und motiviert die #strongHER-Redaktion mit spannenden Storys, Tipps und mehr.

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