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Ciao Frühjahrsmüdigkeit – so startest du fit in den Frühling

Zwei Frauen stehen vor Berg und eine zeigt in die Ferne

Die Sonne scheint, alles beginnt zu blühen und zu sprießen, doch du fühlst dich noch gar nicht bereit und würdest dich am liebsten im Bett verkriechen? Dann geht es dir wie wohl vielen anderen und du startest in den Frühling mit der sog. Frühjahrsmüdigkeit. Warum das so ist und wie du sie wieder loswerden kannst, zeigen wir dir in unseren 6 Tipps gegen Frühjahrsmüdigkeit. 

Zu Beginn des Jahres schmieden wir große Pläne. Neujahrsvorsätze. Alles soll anders werden. Wir sportlicher, leistungsfähiger, gesünder. Doch dann? Nach zwei Wochen ist die große Aufbruchsphase meist vorbei. Der Alltag schleicht sich ein und die alten Gewohnheiten. Doch schuld ist meist nicht unser fehlender Wille, sondern dass wir von Natur aus nicht dafür gemacht sind im dunklen Winter einen Neustart durchzuführen. Die Natur befindet sich im Januar im Winterschlaf und auch bei uns schwächelt das Glückshormon Serotonin. Das Schlafhormon Melatonin überwiegt. Evolutionsbedingt laufen wir im Winter also im Sparmodus, schließlich musste man früher im kalten Winter Kräfte sparen. 

Warum du deshalb keine Neujahrspläne schmieden solltest, liest du hier: New Year, erstmal kein New-Me: Warum du keine Neujahrsvorsätze machen solltest

Dann also lieber einen Neustart im Frühling planen. Aber was, wenn jetzt die Frühjahrsmüdigkeit so richtig reinkickt? Dran bleiben und weiter machen. Denn an der Frühjahrsmüdigkeit sind vor allem die beiden oben genannten Hormone schuld: Serotonin und Melatonin. Im Winter leeren sich deren Speicher bei uns nahezu. Um die beiden neu zu bilden, braucht unser Körper Licht. Das bekommt er jetzt im Frühjahr wieder ausreichend. Deswegen ist es wichtig, sich jetzt viel an der frischen Luft zu bewegen und den Körper beim Frühjahrsneustart zu unterstützen. Wir haben dir sechs Tipps nach Sebastian Kneipp ausgesucht, die dich fit für die warme Jahreszeit machen und mit der du die Frühjahrsmüdigkeit links liegen lässt. 

Wieso mit Kneipp fit in den Frühling?

TCM, Ayurveda usw., naturheilkundliche Ansätze gibt es viele. Ein Konzept der traditionellen europäischen Medizin ist die Kneipplehre. Sebastian Kneipp erfand bereits im 19. Jahrhundert sein ganzheitliches Konzept für einen Lebensstil der Prävention und Therapie – und heilte und half damit zahlreichen Menschen. Sein Konzept fußt auf fünf Elementen:

  • Wasser,
  • Bewegung,
  • Ernährung,
  • Heilkräuter und
  • Lebensordnung. 

Zu den wohl bekanntesten Kneippanwendungen zählen die Kneippschen Güsse und das klassische Wassertreten. Doch ich finde, Kneipp kann so viel mehr und ist heute aktueller denn je. Denn sein Ansatz war es Menschen mit dem zu helfen, was die Natur uns zur Verfügung stellt. Deswegen brauchen wir weder aufwendige Trainingsgeräte, noch teure Nahrungsergänzungsmittel, sondern eben das was wir bereits haben. Wir müssen es nur tun. 

Zum Glück brauchen wir aber gar nicht viel Zeit. Deswegen haben wir dir sechs Tipps zusammengestellt, wie du mit Elementen aus der Kneipptherapie schnell und einfach was gegen deine Frühjahrsmüdigkeit tun kannst. 

Trockenbürsten

Trockenbürsten ist besonders morgens nach dem Aufstehen geeignet, da du damit die Müdigkeit einfach wegbürsten kannst. Durch das Bürsten wird die Durchblutung und damit der Stoffwechsel der Haut angeregt. Zudem wird das vegetative Nervensystem harmonisiert und stabilisiert. Es wirkt hauterneuernd, belebend, leistungssteigernd und kann Infekten vorbeugen. 

Mit einer Bürste mit nicht zu harten Naturfasern startest du an deinem rechten Bein und bürstest in Längsrichtung über Außenseite der Füße, Unter- und Oberschenkel, anschließend die Innenseiten und das Gesäß. Weiter beim linken Bein. Dann die Arme, wieder rechts beginnend, zuerst über die Außenseite und dann über die Innenseite. Brust, Bauch, Rücken und Nacken bürstest du kreisförmig im Uhrzeigersinn. 

Nach dem Bürsten die Haut mit einem reichhaltigen Öl eincremen oder den Körper mit kaltem Wasser abreiben. 

Falls du dich während der Behandlung unwohl fühlst oder deine Haut mit flächenhaften Rötungen (ähnlich einer Allergie) reagiert, solltest du die Anwendung abbrechen. 

Frühjahrsmüdigkeit mit Trockenbürsten vertreiben
Trockenbürsten regt die Durchblutung an und wirkt belebend. Foto: P. Jentschura

Tautreten

Eine der besten Kneipp-Anwendungen im Frühjahr? Tautreten. Dazu einfach Schuhe und Socken ausziehen und in der Früh durchs feuchte Gras laufen. 

Tautreten ist ideal um die Abwehrkräfte zu stärken und Erkältungen im Winter vorzubeugen. Dazu einfach am Morgen, wenn die Wiesen noch mit Tau bedeckt sind, barfuß durch das feuchte Gras laufen. Solange bis ein Kältereiz an den Füßen auftritt. Anschließend die Füße abstreifen evtl. Schuhe oder Socken anziehen, bewegen und so die Füße wieder aufwärmen.⠀⠀⠀⠀⠀

Das taunasse Gras setzt einen thermischen Reiz auf unsere Füße und regt so die Durchblutung an. Außerdem aktiviert und kräftigt das Barfußgehen die Fuß- und Unterschenkelmuskulatur, es beugt kalten Füßen vor und kann bei Kopfschmerzen helfen. Bevor du ins nasse Gras gehst, sollten deine Füße allerdings warm sein. 

Frauenfüße im feuchten Gras beim Tautreten
Tautreten kann Kopfschmerzen lindern und für den Frischekick am Morgen sorgen. | Foto: Lisa Amenda

Ernährung für mehr Energie

Was zu einer Frühjahrskur noch gehört? Na klar, die Ernährung. Oft fehlen unserem Körper nach dem langen Winter Vitamine und Mineralstoffe. Durch die richtige Ernährung lassen sich die leeren Speicher schnell wieder auffüllen. Dazu zählt vor allem eine ausgewogene Ernährung aus frischem Obst und Gemüse, am besten saisonal und regional, sowie Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte.

Den perfekten Start in den Tag bildet ein kohelnhydratreiches Frühstück und wenig Fett, wie zum Beispiel frisch geschrotetes Müsli, Haferflocken, Weizenkeime kombiniert mit frischen Früchten und Proteinen. Das kurbelt den Stoffwechsel an und der Körper erhält Kraft für den gesamten Tag. Den Kaffee solltest du eventuell erst einmal auslassen, weil Koffein zu verstärkter Nervosität führen kann. Greife lieber zu Kräutertees sowie ungesüßten Frucht- oder Gemüsesäften und reichlich Wasser.

Ausgewogene Ernährung gegen Frühjahrsmüdigkeit
Viel Gemüse – am besten regional, saisonal und bio – füllen unsere Vitaminspeicher nach dem Winter wieder auf. Foto: Markus Spicke/Unsplash

Detox mit Brennnessel

Eine gesunde Ernährung kannst du nach Kneipp vor allem mit Kräutern und Heilpflanzen unterstützen. Eine der wichtigsten Pflanzen für Kneipp war die Brennnessel. Sie enthält Vitamin A und C, Gerbstoffe und reichlich Mineral­stoffe (besonders Eisen) und Flavonoide und gilt somit als perfekte Ergänzung für jede Frühjahrskur.

Im Frühjahr eignet sich Brennnessel vor allem als Saft oder als Tee. Dazu einfach 1-2 Teelöffel Brennnesselblätter mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Abseihen und davon 2-3 Tassen über den Tag verteilt trinken. Du kannst Brennnessel aber auch als Alternative zu Spinat nutzen und beispielsweise Brennnessel-Knödel machen oder ein einfaches Brennnesselgemüse als Beilage. Denn das Gute: Du kannst die Brennnessel schon jetzt draußen pflücken. 

Brennnessel gegen Frühjahrsmüdigkeit
Heimisches Superfood: Die Brennnessel enthält viel Vitamin A und C. Foto: Paul Morley/Unsplash

Bewegung an der frischen Luft

Und ganz klar, eines der besten Mittel um gute Laune und die Hormonproduktion wieder anzukurbeln ist Sport und Bewegung an der frischen Luft. Endlich können wir wieder raus, die Temperaturen steigen und da macht Laufen und Radfahren doch gleich viel mehr Spaß. Die Sonne füllt unsere Vitamin D-, sowie Serotonin-Speicher auf und die Frühjahrsmüdigkeit wandelt sich in Energie. 

Radfahren gegen die Frühjahrsmüdigkeit
Bewegung an der frischen Luft kurbelt die Hormonproduktion wieder an und vertreibt die Frühjahrsmüdigkeit. Foto: Sporting Women

Entspannungsphasen in den Alltag einbauen

Trotz aller Aktivitäten, ist es aber trotzdem wichtig Entspannungsphasen in den Alltag einzubauen. So kann sich der Rhythmus aus Aktivität und Passivität bzw. aus Schlaf- und Wachphasen wieder richtig einpendeln. Vermeide deshalb zu viele Reize und Stress und gönn dir ausreichend Schlaf. Unterstützen kannst du deine aktiven Entspannungsphasen auch mit Yoga oder Meditationen. 

Adlerarme Yoga für den Alltag
Auch wenn du voller Tatendrang bist, baue dir aktiv Entspannungspausen in den Alltag ein. Wie z.B. mit Yoga oder Meditation. | Foto: Jürgen Amenda
Lisa Amenda

Lisa Amenda

Lisa Amenda studierte in München und Innsbruck Geographie, weil sie ursprünglich mal lieber draußen statt drinnen arbeiten wollte. Ihre Liebe zum Schreiben hat sie dann doch vor den Computer gebracht. Deswegen schreibt sie heute für diverse Outdoor- sowie Skimagazine und ihren Blog Wild Recreation über Nachhaltigkeit, Outdoorsport und die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Nebenbei unterrichtet sie Yoga und gibt Kneipp Coachings.

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Laufen, Radfahren oder Bergsport: Hier findest du alles rund um dein Hobby, deine Auszeit und deine sportlichen Lieblingsthemen! Gemeinsam mit den sportingWOMEN-Markenbotschafterinnen sowie weiteren Sport-Expertinnen inspiriert und motiviert die #strongHER-Redaktion mit spannenden Storys, Tipps und mehr.

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